Unterwegs mit WildDocs-Tierarzt Dr. Uwe Schönfeld
Wie fühlt es sich an, nach Tansania zurückzukehren? Was bedeutet Afrika für jemanden, der seit Jahren verletzte Wildtiere behandelt und immer wieder in die Nationalparks Ostafrikas reist?
Wir haben mit unserem leitenden Tierarzt Dr. Uwe Schönfeld gesprochen.
Seine Antwort kommt ohne Zögern.
„Aufregung, Spannung und vor allen Dingen Freude.“
Freude darüber, bekannte Gesichter wiederzusehen. Freude darüber, helfen zu können. Und Freude darüber, an einen Ort zurückzukehren, der sich für ihn längst wie ein zweites Zuhause anfühlt.
Ankommen ohne Übergang
Viele Menschen brauchen nach einem langen Flug erst einmal Zeit, um anzukommen. Nicht so Uwe.
„Sobald ich auf dem Flughafen ausgestiegen bin, bin ich in einer anderen Welt. Dann kann es schon losgehen.“
Jetlag? Eingewöhnung? Ein paar Tage Ruhe?
Nicht nötig.
Für ihn beginnt Afrika in dem Moment, in dem sich die Flugzeugtür öffnet.
Besonders freut er sich auf die Menschen, die ihn empfangen.
„Sie lachen dich an und du fühlst dich sofort willkommen. Das ist kein gespieltes Lächeln. Du merkst, dass sie sich wirklich freuen, dich zu sehen.“
Vielleicht, sagt er, sei es schwer zu erklären. Aber die Herzlichkeit der Menschen sei etwas, das ihn jedes Mal aufs Neue berührt.
Chapati, Kaffee und das Gefühl von Zuhause
Ein festes Ritual hat er nicht.
Und doch gibt es kleine Momente, die für ihn den Beginn eines neuen Einsatzes markieren.
Beim letzten Besuch wurde er von Andrea und einem Freund vom Flughafen abgeholt. Gemeinsam fuhren sie frühstücken.
Es gab frische Chapati, die beliebten ostafrikanischen Teigfladen, und dazu Kaffee.
„Das ist eigentlich ein schönes Ritual.“
Manchmal sind es genau diese einfachen Momente, die zeigen, dass man angekommen ist.
Die Geräusche Afrikas
Fragt man Uwe nach einem Geräusch, das für ihn Afrika bedeutet, muss er nicht lange überlegen.
Es sind die Stimmen der Natur.
Das Zirpen der Grillen in der Nacht.
Das Singen der Vögel am frühen Morgen.
Das Rufen der Tauben, das ganz anders klingt als in Deutschland.
Das Quaken der Frösche an kleinen Wasserstellen.
Und manchmal einfach nur das Knistern eines Feuers am Abend.
„Wenn der Tag vorbei ist und man zusammensitzt und noch einmal über alles spricht, das ist natürlich herrlich.“
Wer einmal einen afrikanischen Sonnenaufgang erlebt hat, weiß, was er meint.
Wenn die ersten Sonnenstrahlen durch den Morgennebel brechen und die Savanne langsam zum Leben erwacht, entsteht eine Atmosphäre, die sich kaum in Worte fassen lässt.
Vermisst man Deutschland?
Natürlich.
Auch wenn ihn die Freundlichkeit der Menschen in Tansania immer wieder beeindruckt, gibt es Dinge, die er vermisst.
Vor allem eines:
„Brot.“
Er lacht.
„Die deutsche Bäckerkunst findet man dort unten leider nicht.“
Doch während Deutschland für Organisation, Pünktlichkeit und feste Abläufe steht, erlebt er in Tansania oft etwas anderes.
Menschen nehmen sich Zeit füreinander. Wenn jemand Hilfe braucht, wird geholfen. Wenn ein Freund lange nicht gesehen wurde, bleibt man stehen und redet. Manchmal wartet man dadurch etwas länger. Aber niemand nimmt es übel.
„Du weißt, warum sie zu spät kommen. Weil sie jemandem geholfen haben.“
Angst in der Savanne?
Die meisten Menschen erwarten bei dieser Frage spektakuläre Geschichten.
Löwen.
Elefanten.
Nächtliche Begegnungen mit Raubtieren.
Doch Uwe überrascht.
„Eigentlich noch nie.“
Natürlich sei die Arbeit manchmal gefährlich. Schließlich arbeitet das Team regelmäßig mit großen Wildtieren und in abgelegenen Regionen.
Aber Angst?
Nein.
Stattdessen erinnert er sich an einen Abend, an dem er allein in einem Zelt übernachtete.
Direkt neben dem Camp graste ein Nilpferd.
„Ich habe mich eher gefreut zu hören, wie es dort neben mir gefressen hat.“
Dann lacht er.
Mindestens genauso eindrucksvoll seien manchmal die Affen.
„Wenn die nachts übers Zeltdach rennen, erschrickst du erst einmal. Oder wenn plötzlich etwas aufs Dach fällt und du nicht weißt, was das war.“
Erfahrungsgemäß handelt es sich meist um einen Affen mit sehr eigenen Vorstellungen von Nachtruhe.
Warum WildDocs?
Während unseres Gesprächs wird schnell deutlich, dass es nicht nur die Tiere sind, die Uwe immer wieder nach Tansania zurückziehen.
Es sind die Menschen.
Die Landschaft.
Die Gemeinschaft.
Und das Gefühl, dort helfen zu können, wo Hilfe dringend gebraucht wird.
Vielleicht lässt sich seine Beziehung zu Ostafrika am besten mit einem einzigen Satz beschreiben:
„Sobald ich aus dem Flugzeug steige, bin ich in einer anderen Welt.“
Und genau dort beginnt für WildDocs die Arbeit.

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