Wildtiere haben ohne uns oft keine Chance.
Wildtiere leben frei. Frei bedeutet aber nicht sicher.
In der Natur gehören Verletzungen zum Leben: Kämpfe, Jagd, Flucht, Revierverteidigung. Viele dieser Prozesse sind Teil des natürlichen Gleichgewichts.
Doch immer häufiger entstehen Verletzungen nicht durch die Natur, sondern durch den Menschen.
Genau dort beginnt unsere Arbeit.
Wir helfen, wenn Wildtiere unnötig leiden. Wenn Verletzungen behandelbar sind. Wenn Hilfe Leben retten kann. Wir vermeiden unnötige Eingriffe in natürliche Prozesse und konzentrieren uns auf Rettung, medizinische Versorgung und Rehabilitation verletzter Tiere.
Jede Behandlung bedeutet eine zweite Chance. Für das Tier. Für seine Familie. Für das Ökosystem.
In der Wildnis ist Konkurrenz allgegenwärtig. Vor allem während der Fortpflanzungszeit kämpfen Tiere um Territorien, Rangordnung und Paarungspartner.
Dabei entstehen schwere Verletzungen wie:
• tiefe Bissverletzungen
• offene Wunden
• Muskelrisse
• Knochenbrüche
• Augenverletzungen
Besonders bei Löwen, Büffeln oder Flusspferden können solche Kämpfe lebensgefährlich werden.
Nicht jede Verletzung braucht Hilfe. Aber wenn eine Wunde infiziert ist oder ein Tier nicht mehr jagen oder laufen kann, wird aus einem natürlichen Kampf schnell ein Todesurteil.
Dann greifen wir ein.
Jagen und gejagt werden ist das uralte Herzschlagen der Wildnis.
Doch auch erfolgreiche Flucht hinterlässt Spuren.
Auf der Flucht entstehen häufig:
• Sehnenverletzungen
• Verstauchungen
• Frakturen
• tiefe Fleischwunden
• innere Verletzungen
Raubtiere wiederum verletzen sich oft bei der Jagd selbst, etwa durch Tritte, Hörner oder Stürze.
Diese Verletzungen können dazu führen, dass Tiere nicht mehr jagen, fliehen oder ihre Jungen versorgen können.
Manchmal ist eine kleine medizinische Hilfe der Unterschied zwischen Leben und Tod.
Schlingen der Wilderer.
Das ist einer unserer größten täglichen Einsätze.
Wilderer legen Drahtschlingen entlang von Wildwechseln aus. Sie sind billig, schnell gebaut und tödlich effektiv.
Die Tiere geraten mit Hals, Beinen oder dem Körper hinein. Je stärker sie kämpfen, desto tiefer schneidet der Draht ins Fleisch.
Die Folgen:
• tiefe Einschnürungen
• Infektionen
• Gewebeabsterben
• Knochenverletzungen
• Verlust von Gliedmaßen
Drahtschlingen gelten als eine der grausamsten Formen der Wilderei und verursachen oft tagelanges Leiden. Studien zeigen, dass solche Schlingen nicht nur Zieltiere treffen, sondern auch Löwen, Hyänen und andere Beutegreifer schwer verletzen oder töten.
Unsere Aufgabe ist es, diese Tiere zu finden, zu narkotisieren und von den Schlingen zu befreien.
Jede entfernte Schlinge ist ein stiller Sieg gegen den Tod.
Bushmeat und der illegale Schwarzmarkt
Hinter vielen Schlingen steckt ein riesiger illegaler Markt.
Wildtierfleisch, sogenanntes Bushmeat, wird nicht nur lokal konsumiert, sondern gelangt auch in internationale Handelsketten.
Dieser Handel zerstört ganze Tierpopulationen.
Dabei sterben nicht nur die Tiere, die gefangen werden sollten.
Schlingen töten wahllos.
Jungtiere verlieren ihre Mütter. Rudel verlieren erfahrene Tiere. Ganze soziale Strukturen brechen zusammen.
Bushmeat-Wilderei gilt heute als eine der größten Bedrohungen für Afrikas Wildtierpopulationen.
Wildtiere verlieren immer mehr Lebensraum.
Landwirtschaft, Siedlungen und Infrastruktur drängen Tiere aus ihren natürlichen Gebieten.
Dadurch kommt es zu Begegnungen mit Menschen.
Tiere werden verletzt durch:
• Zäune
• Fallen
• Fahrzeuge
• Speere
• Konflikte mit Viehhaltern
Oft sind diese Tiere nicht aggressiv. Sie sind in Panik, verletzt oder orientierungslos.
Unsere Aufgabe ist es, zu helfen, zu beruhigen und wenn möglich eine sichere Rückkehr in den Lebensraum zu ermöglichen.


Jede Wunde erzählt eine Geschichte.
Manche sind Teil der Natur.
Viele sind menschengemacht.
Wir können nicht jedes Tier retten.
Aber jedes Tier, das wir retten, verändert etwas.
Für den Moment.
Für die Art.
Für die Zukunft der Wildnis.
WildDocs hilft dort, wo Hilfe möglich ist.


